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Finanzprodukte Einzelforderungsabsicherungen Die Zeiten sind hart. Unter der Konjunktur ächzen nicht nur Unternehmen sondern auch besonders die Kreditversicherer. 49600 Insolvenzfälle in Deutschland im vergangenen Jahr, so eine Statistik der Creditreform, drücken auf die Ergebnisse der Assekuranzen. Im laufenden Jahr dürften die Kreditversicherer die gleiche Anzahl verkraften müssen. Beim Allgemeinen Kredit verursachten die Insolvenzen beispielsweise im Jahr 2001 einen Anstieg der Schadenquote von 67,1 auf 96,2 Prozent. Der Optimismus ist der Branche aber nicht gänzlich verloren gegangen. "Für Einzelforderungsabsicherungen ist das konjunkturelle Umfeld eigentlich nicht schlecht", urteilt Bodo Kibgies, Vorstand beim Forderungs- und Finanzierungsspezialisten atevis. Dies dachte sich auch Hermes. Klassischerweise bieten die Kreditversicherer ihren Kunden Mantelverträge an, der die komplette Forderungssumme eines Unternehmens abdeckt. Mit einer Einzeltransaktionsversicherung kann dagegen eine einzelne Forderung aus einer Warenlieferung oder Dienstleistung versichert werden. Für die Abdeckung wirtschaftlicher Risiken offerierte der Hamburger Kreditversicherer dieses Produkt über das Internet. Hermes erhoffte sich, dass Neukunden, die mit dem Produkt angesprochen werden sollten, bald von der Einzelabsicherung zur kompletten Forderungsabsicherung wechseln würden. Diese Hoffnung hat sich zerschlagen. Hermes stellte den Vertrieb der Einzeltransaktionsversicherung bis auf weiteres wieder ein. "Die Nachfrage war geringer als erwartet", erklärt Barbara Stieghan. Ein weiteres Problem, so die Pressesprecherin der Hanseaten, lag darin, dass sich das e-Business in der Versicherungsbranche weniger gut entwickelt hat als gedacht. Aus diesem Grund verzichtete auch der Allgemeine Kredit, der sich ebenfalls mit einem solchen Projekt beschäftigte, auf das Angebot einzelne Forderungen abzusichern. Außerdem betraf bei Hermes der konjunkturell bedingte Anstieg der Schadensfälle auch die Einzeltransaktionsversicherungen. Der Marktaustritt ist aber noch nicht endgültig. "Wir überprüfen nächstes Jahr, ob wir das Produkt wieder anbieten", so Stieghan. In Kooperation mit NCM und Intrum Justitia Inkasso bietet atevis im Gegensatz zu Hermes Unternehmen weiterhin eine Einzelforderungsabsicherung (EFA) an, bei der auch Teile einer einzelnen Forderung versichert werden können. "Wir haben uns beide mehr versprochen", resümiert Vorstand Kibgies, "aber die Nachfrage ist ausreichend und steigend." Die Gründe für den Rückzug von Hermes liegen für Kibgies nicht in der geringen Nachfrage, sondern darin, dass das Back-Office zu groß, die Preise aber zu niedrig geraten seien. "Bei einer EFA sollte der Preis zwei bis drei Prozent der Forderung ausmachen", so Kibgies. Im Vergleich dazu zahlt der Kunde bei einem Mantelvertrag nur zwei bis drei Promille, dies aber auf den gesamten Forderungsbestand. Die Einzelforderung muss mindestens 10.000 € betragen, nach oben ist die Absicherungssumme auf zwei Millionen € begrenzt. Angeboten wird die EFA von atevis für Unternehmen mit Sitz in Deutschland, Österreich, Italien (Südtirol) und der Schweiz. Vorteilhaft für das abschließende Unternehmen ist die größere Flexibilität. Kibgies nennt als Beispiel einen Exporteur aus dem Maschinenbau der einen Neukunden gewinnen will und dafür statt Akkreditivzahlung ein offenes Zahlungsziel von vier Monaten einräumt. Im Gegensatz zum Mantelvertrag bei dem grundsätzlich alles zu versichern ist, "kauft man mit der EFA nicht die Katze im Sack, sondern bezahlt statt Mindestjahresprämien nur Absicherungsentgelt für das Risiko was wir auch übernehmen", so Kibgies. |
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