HANDWERK.com

13. August 2002

Mehr als "nur" ein Griff in die Kasse

Ob manipulierte Überweisungen, fingierte Rechnungen oder umgeleitete Schecks - kriminelle Mitarbeiter kosten ihre Betriebe oft Hunderttausende. Versicherungsschutz gegen solche Machenschaften bietet die Vertrauensschaden-Versicherung.

Milliardenschäden durch Wirtschaftskriminalität
Rund 896.000 Fälle von Betrug, Veruntreuung oder Unterschlagung registrierte die Polizei im Jahre 2000 laut Kriminalstatistik. Die dadurch entstandenen Vermögensverluste für die deutsche Wirtschaft beliefen sich im gleiche Jahr auf circa zwei Milliarden Euro, schätzt der Versicherungsmakler atevis AG.

Etwa 40 Prozent all dieser fälle gehen nach Experten-Schätzungen auf das Konto von Mitarbeitern. Der sprichwörtliche Griff in die Kasse hat dabei eher Ausnahmecharakter. Die Vorgehensweise der Täter ist wegen veränderter technologischer, aber auch organisatorischer Verhältnisse heute von ganz anderer Machart - und deshalb wesentlich folgenschwerer: Wirtschaftskriminelle, weiß Bodo Goschler, Vorstandsvorsitzender der Hermes Kreditversicherung AG, verursachen durchschnittlich einen Schaden von mehr als 250.000 Euro im Einzelfall.

Brennpunkt Zahlungsverkehr
Hauptansatzpunkt der betriebsinternen Täter ist oft der bargeldlose Zahlungsverkehr. Da werden Schecks kurzerhand auf das eigene Konto umgeleitet oder Überweisungen manipuliert. Immer häufiger sind aber auch externe Mittäter eingeschaltet, die zum Beispiel überhöhte oder völlig fingierte Rechnungen stellen.

Trotz des wachsenden Risikos wird die Gefahr einer Veruntreuung durch Mitarbeiter in vielen Unternehmen aber nach wie vor ignoriert. Gegen eine Prämie von durchschnittlich 1,5 bis 3 Prozent der Versicherungssumme bieten ein Reihe von Versicherern Schutz vor Vermögensschäden aus vorsätzlicher Unterschlagung, Untreue, Diebstahl, Fälschung und Betrug durch Mitarbeiter. Ergänzend dazu schützt die Computer-Missbrauch-Versicherung gegen Vermögensschäden durch vorsätzliches Löschen von Daten, das Beschädigen, Zerstören und Entwenden von Datenverarbeitungsanlagen, Datenträgern und Software sowie durch Manipulation und Unterdrücken von Programmen.
http://www.atevis.de