Fragen und Antworten zur Auftragsfinanzierung
Im Nachfolgenden werden die häufigsten Fragen im Zusammenhang mit einer Finanzierung via Inhaberschuldverschreibung (ISV)beantwortet.
Wir möchten betonen, dass die Finanzierungskriterien als eine Art „Leitplanke“ zu verstehen sind, innerhalb derer wir unsere Finanzierungen realisieren.
Wir agieren jedoch individuell und machen unsere Entscheidung vom jeweiligen Unternehmen und des zu finanzierenden Auftrages abhängig und möglich.
Kontaktieren Sie uns und wir sprechen über ihren konkreten Finanzierungs-
anlass.
Welche Finanzierung wird ermöglicht?
Ermöglicht wird die Vorfinanzierung von Geschäftskunden-Aufträgen (B2B) für mittelständische Unternehmen.
Welche Unternehmensmerkmale weisen die Kunden von ?
Die Kunden erzielen einen Umsatz von mehr als 5 Mio. Euro mit wachsender Tendenz.
Der zu finanzierende Auftrag gehört zum Kerngeschäft des Unternehmens und die Produkte sind markterprobt und technisch ausgereift.
Der Herstellungs- und Absatzprozess ist mit Vorlieferanten, Fremdleistungen und Kunden bereits aus vorherigen Aufträgen eingespielt. Das Unternehmen
wächst und weist keine strukturellen Probleme (Umsatzrückgang, gekündigte Bankkredite etc.) auf.
Werden bestimmte Branchen von einer Finanzierung ausgeschlossen?
Die Finanzierung richtet sich nicht an Unternehmen, die in den
- Sektoren Bau
- Forschung & Entwicklung
- Prototypenbau oder in der
- Herstellung | Vertrieb leicht verderblicher Ware (Obst, Fleisch etc.) und in
- der Rüstungsindustrie tätig sind.
Was ist die Grundvoraussetzung für eine Finanzierung?
Die Basis der Finanzierung bildet der konkrete Geschäftskunden-Auftrag (B2B) und eine positiv abgeschlossene positive Bonitätsprüfung des Unternehmens.
Welche Unterlagen werden bei einer Finanzierungsanfrage benötigt?
Zur Bonitätsbewertung werden die Unterlagen benötigt, die jedes kaufmännisch ordentlich geführte Unternehmen zeitnah verfügbar hat
- Jahresabschlüsse
- akt. BWA
- Offene Posten-Listen
- Auftragseingang
- Liquiditätsplanung
Wie lange dauert die Beantragungsdauer bzw. Auszahlung der Finanzierung? Das Geschäftsmodell ist auf mittelständische Unternehmen ausgerichtet, die ihrerseits auf Kundenanfragen zeitlich schnell und flexibel reagieren müssen.
Aus diesem Grund ist eine Umsetzung der Finanzierung in weniger als 3 Wochen möglich und angestrebt.
Von welchen Unternehmen wird die Auftragsfinanzierung eingesetzt?
Erfolgreich wachsende Unternehmen können vor der Herausforderung stehen, die die zeitliche Verfügbarkeit der Liquidität mit sich bringt.
Im Spannungsfeld zwischen Materialeinkauf, Produktion, Lieferung und Zahlungsziel des Kunden kann ein zeitlicher Liquiditätsengpass entstehen. In diesen Fällen kann das Unternehmen durch den Einsatz der Auftrags-Finanzierung Kunden binden, zusätzliche Aufträge annehmen und den Umsatz und Gewinn steigern.
Welcher Vertrag wird zur Auftrags-Finanzierung abgeschlossen?
Das rechtliche Konstrukt der Finanzierung bildet eine Inhaber-Schuldverschreibung des Unternehmens.
Die Inhaber-Schuldverschreibung (ISV) ist ein Wertpapier und wird in der Bilanz des Unternehmens unter den sonstigen Verbindlichkeiten verbucht.
Müssen Sicherheiten geleistet werden?
Dies ist vom Einzelfall abhängig. Grundsätzlich wirkt sich die Stellung von Sicherheiten positiv auf die Finanzierungsentscheidung aus.
Welche Laufzeiten können vereinbart werden?
Die Finanzierungslaufzeit ist individuell auf den zugrundeliegenden Auftrag abgestimmt und beträgt insgesamt maximal 6 Monate. Es können auch sich bereits in der Produktion/Handel befindliche Aufträge finanziert werden.
Was passiert wenn der Auftrag bzw. Zahlungseingang des Kunden sich verzögert?
Beim Festlegen der Finanzierungslaufzeit sollte ein ausreichender Zeitraum, der auftragsbezogene Verzögerungen in der Abwicklung berücksichtigt, mit einkalkuliert werden.
Nach Fälligkeit der Finanzierung ist der Finanzierer ein mit allen Rechten ausgestatteter Gläubiger des Unternehmens.
Welche Pflichten hat das Unternehmen während der Finanzierungslaufzeit?
Während der Finanzierungslaufzeit informiert das Unternehmen über den Fortschritt des Auftrages und über die Entwicklung des monatlichen Gesamtergebnisses (BWA).
Was ist der Unterschied zum Factoring?
Beim Factoring hat das Unternehmen die Leistung bereits erbracht und die Rechnung an den Kunden gestellt.
Danach überweist die Factoringgesellschaft den Kaufpreis an das Unternehmen. Die Inhaber-Schuldverschreibung-Finanzierung setzt zeitlich vor dem Factoring ein.
Bereits bei Vertragsabschluss ist die Auszahlung des Kapitals möglich. Somit kann das Unternehmen die Mittel für die laufende Finanzierung des Auftrages (z.B. Materialeinkauf, Fremdleistungen etc.) flexibel verwenden.
Zum Weiteren ist die Factoringlösung eine auf Dauer ausgelegte Geschäftsbeziehung mit allen Rechten und Pflichten des Unternehmens und der damit einhergehenden dauerhaften Kosten-belastung.
Die Auftragsfinanzierung ist eine punktuell einsetzbare Variante der Unternehmens-finanzierung ohne dauerhafte Auswirkungen auf den laufenden Geschäftsbetrieb.
Ist eine Kombination von ISV und Factoring möglich?
Selbstverständlich ist diese Kombination möglich. Bei der Wahl der Finanzierungslaufzeit wird die Zahlung durch die Factoringgesellschaft berücksichtigt und darauf abgestimmt.
Welche Kosten entstehen für das Unternehmen?
Die Kosten setzen sich aus einer
- Bonitätsprüfungs-Gebühr i.H.v. 0,5% und einem
- Disagio von 3% der Finanzierungssumme zusammen.
Für jeden Monat der Finanzierungslaufzeit wird ein bonitätsabhängiger
- Zins zw. 0,60 und 1,1% fällig.
Im Ergebnis führt das z.B. bei einer 3-monatigen Finanzierung zu Gesamtkosten von 5,3 und 6,8%.
Einsparungen, die durch die Auftragsfinanzierung z.B. durch Skontoabzug bei Materialeinkäufen erzielt werden, verringern die Kosten entsprechend.
Kann die Finanzierung vorzeitig zurückgezahlt werden?
Ja. Eine vorzeitige Rückzahlung der Finanzierung ist jederzeit und ohne Vorfälligkeitsentschädigung möglich.
Die Zinsberechnung erfolgt anhand der tatsächlich in Anspruch genommen Finanzierungslaufzeit in Tagen.
Welche Faktoren spielen bei der Abwägung der Auftragsfinanzierung eine Rolle?
Bei der Entscheidung über den Einsatz der Auftragsfinanzierung sollte der Unternehmer sich folgende Fragen beantworten:
- Wie hoch ist die Gewinnmarge vor Abschreibungen und Zinsen für den zu finanzierenden Auftrag?
- Wie viel Prozent dieses Auftrages soll finanziert werden und wie hoch wird dadurch der Gesamtgewinn belastet?
- Wie viel Skonto/Rabatt beim z.B. Materialeinkauf kann ich durch die Auftragsfinanzierung erzielen?
- Welche positiven Signale werden durch Vorkasse/Skontoziehung bei Lieferanten gesetzt?
- Werden durch zusätzliche Liquidität neue Möglichkeiten der Bankenfinanzierung eröffnet?
- Wie positiv wirkt sich die zusätzliche Kapitalausstattung auf die Kundenbeziehung aus?
- Wird etwaigen unangenehmen Liquiditätsengpässen vorgebeugt?
- Welche Alternativen gibt es, die punktuell und flexibel eingesetzt werden können?
Mit der Auftrags-Finanzierung hat das Unternehmen die Möglichkeit, die Herausforderungen der zeitlichen Verfügbarkeit von Liquidität zu meistern und zusätzlichen Umsatz und Gewinn zu erwirtschaften.
Welche Großenordnung sind im Einzelfall darstellbar
Hängt von vielen Faktoren ab. Grundsätzlich sind pro Kunde Finanzierungen bis 750.000 Euro realisierbar.
